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Die Jazzband

Jede Jazzband pflegt ein ganz besonderes Zusammenspiel innerhalb der Gruppe. Das macht die Musik auch so einzigartig. Die Aufgabe der Rhythmusgruppe ist einerseits das "richtige" Tempo zu spielen aber auch dynamisch oder mit anderen Artikulationsmitteln den musikalischen Gestaltungsrahmen der Musik mitzuentwerfen. Eine gute Rhythmusgruppe ist stets darum bemüht gemeinsam einen möglichst kompakten Sound zu erreichen und außerdem den Solisten musikalisch und dramatisch zu unterstützen.

Es gibt im Jazz einige sehr bekannte Rhythmusgruppen, die man in gewisser Hinsicht als Prototypen für den modernen Jazz betrachten kann. Als die ältestes Rhytmusgruppe im Jazz, die an dieser Stelle trotz ihres Alters, aber wegen ihres großen Einflusses auf den Jazz hinzugezählt werden soll, ist die "All American Rhythmsection" um den Pianisten und Bandleader Count Basie. Dank Youtube gibt es zahlreiche historische Aufnahmen dieser besonderen Rhythmusgruppe im Netz. Die Gruppe Bestand aus den Instrumenten Klavier, Bass und Gitarre, Schlagzeug und war sozusagen die "Begleitband" der Count Basie Bigband. Manche gehen aber auch so weit und sehen diese Section weniger als "Begleitband" sondern als die Band, welche die Count Basie Bigbands überhaupt ausmachte. In der Tat gibt es heute noch zahlreiche Bigbands, die Basie in ihrem Repertoire haben. Aber weil besonders Bands im Amateurbereich die hohe Kunst der Basie Rhythmsection nicht beherrschen, klingt das Ergebnis auch nie wirklich nach Basie - es erinnert eher an ihn.

Was also ist das Besondere an dieser Gruppe gewesen, dass es so schwer macht diesen Sound heutzutage zu reproduzieren? Man könnte es ironisch vielleicht die ungeheure "Komplexität der Einfachheit" nennen, um die Essenz meiner These gleich vorweg zu nehmen.

Maßgeblich am Sound der Basie Rhythmusgruppe beteiligt war der Gitarrist Freddie Green, dessen Spielweise seit einiger Zeit immer stärker von jüngeren Gitarristen wiederentdeckt wird. Es gibt hierzu eine schöne Seite , die dessen Leben und Wirken sehr schön dokumentiert.

Green hat zusammen mit Bass und Schlagzeug den Hauptpuls von 4 Viertelnoten geliefert. Sein Begleitstil sticht hierbei besonders durch seine Rhytmische Exaktheit und perkussivem Punch als durch eine besonders ausgefeilte Harmonik hervor. Dennoch soll nicht unbeachtet bleiben, dass Green ein außerordentliches Gefühl für die Stimmführung seiner Bassseiten hatte. Seine Voicings bestehen in der Regel aus einem Basston und ein bis maximal zwei zusätzlichen Tönen. Zuweilen hat er aber auch nur einen einzigen Ton gegriffen, die restlichen Saiten mit der linken Hand abgedämpft und mit rechts alle (oder einen Großteil) Saiten angeschlagen. Seine Linien sind zum Teil kontrapunktisch zur Basslinie angelegt und bestehen vereinfacht gesagt aus Tonmaterial der Akkordumkehrungen mit chromatischen Vorhalten. Aufgrund der sparsamen Voicings gab es nie harmonische Kollisionen mit dem Klavier. Was das Zusammenspiel mit den Kollegen an Bass und Schlagzueug angeht, so lässt sich nicht eindeutig belegen, ob Green hier besonders bemüht war entweder möglichst exakt mit Bas oder Schlagzeug zusammenzuspielen. Swing ensteht oftmals aus einem gewissen Spannungsmoment von sagen wir Asynchronität zwischen Bass und Schlagzeug (ganz anders als in der Popmusik). So spielt der Schlagzeuger manchmal vom Timing her weiter vorne und der Bassist weiter hinten oder genau umgekehrt. Im Fall von Green würde ich behaupten, dass er mehr mit Becken und Hihat vom Schlagzeug zusammen ist, als mit dem Bass. Was die Exaktheit bei der Aufnahme des Tempos angeht, lässt sich sagen, dass Green der Musiker der Basie Band gewesen ist, der mit Abstand das genaueste Timing innehatte.

10.9.10 12:50
 


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